Vortrag: Liebe & Kapital

Ware und Liebe sind Beziehungen, Beziehungsweisen, die zudem in
inniger Beziehung zueinander stehen. In beiden maskiert sich eine
gesellschaftliche Beziehung von öffentlichem Interesse als bloßes
Privatverhältnis, als zweigliedriger Austausch von Dingen und Geld, von
Obszönitäten und Zärtlichkeiten – oder beidem zugleich. Als Austausch,
jedenfalls, von Arbeit – Waren produzierender oder Arbeitskraft
reproduzierender Arbeit; Lohnarbeit oder Liebesarbeit. In beiden
Beziehungsweisen manifestiert sich eine erstaunliche Symbiose von
Singularität und Universalität, privatester Privatheit und
öffentlichster Öffentlichkeit. Die Ware beansprucht – trotz aller
Serialität – als gebrauchswertiger Körper immer ein konkretes Bedürfnis
zu befriedigen und trägt zugleich einen Preis, als Zeichen ihrer
allgemeinen Austauschbarkeit. Die Liebe, ganz ähnlich, behauptet, jedes
Mal unverwechselbar und einzigartig zu sein und dudelt doch täglich
unentrinnbar in Radio, TV wie Kino. Zu lieben (romantisch) soll ebenso
Merkmal einer allgemeinen Anthropologie sein wie zu tauschen
(äquivalent) oder zu kNacken (ahaha :D ) (individuell). Gerade in der
Vereinzelung soll die Allgemeinheit bestehen. Doch der private Handel
verbirgt die öffentliche Aushandlung.

Vortrag: Postkolonialer Feminismus

Postkolonialer Feminismus setzt sich mit patriarchalischen sowie (neo)kolonialen Strukturen auseinander und ist deshalb an der Schnittstelle zwischen Postkolonialen Studien und Gender Studien zu verorten. Postkoloniale Theoretikerinnen, wie Chandra Talpade Mohanty und Gayatri Chakravorty Spivak, formulierten in den 1980ern zunehmend ihre Einwände gegen einen „westlichen” Feminismus. Die postkoloniale feministische Kritik richtete sich vor allem gegen die Universalisierung der Kategorie „Frau“ und die Vernachlässigung des historisch-sozialen Kontexts der Kolonisation. Durch eine genauere Betrachtung der Darstellungsweise von Frauen des globalen Südens in Medien und Kunst, wird versucht einige der wichtigen Thesen Monhantys und Spivaks zu verdeutlichen.

Vortrag: Gleichberechtigter Heterosex* vor dem Hintergrund hierarchischer Geschlechterverhältnisse

Gleichberechtigter Heterosex* in hierarchischen Geschlechterverhältnissen? Barrieren und Chancen von heterosexuellem* Konsens (Madeline Doneit)


Führende Sexualwissenschaftler_innen sprechen gerne von einer – im Zuge der sexuellen Revolution und Neuen Frauenbewegung – erreichten sexuellen Gleichstellung von Männern* und Frauen*. Heterosexualität* ist ihnen zufolge heute bestimmt durch eine Orientierung an »wechselseitiger Lust« und »geschlechtsegalitärer Aushandlung«. Keine Frage: Die sexuellen Handlungsmöglichkeiten junger Frauen* haben sich im Vergleich zu früheren Generationen deutlich erweitert. Ist es allerdings wirklich schon an der Zeit, die Frage nach geschlechtlichen Machtverhältnissen in der Sexualität fallen zu lassen?

In meinem Vortrag  möchte ich aufzeigen, dass die Norm der Heterosexualität* aus (queer-)feministischer Perspektive – zusätzlich zur Kritik an der mit ihr einhergehenden Abwertung von nicht-heterosexuellen* Sexpraktiken und Lebensweisen –noch immer als stabilisierend für hierarchische Geschlechterverhältnisse allgemein und für tendenziell hierarchisch verteilte Handlungsmöglichkeiten in konkreten sexuellen Begegnungen zwischen Männern* und Frauen* kritisiert werden muss.

Um diese Fragen soll es genau gehen: Wie nimmt die »Heteronorm« Einfluss auf unsere Sexualität -darauf, wie wir Sex verstehen, wie wir unserer Lust und Unlust begegnen, was wir fühlen, was für uns vorstellbar ist beim Sex zu tun und was eben auch nicht? Welche unterschiedlichen Normen und Erwartungen werden hier gesellschaftlich an Männer* und Frauen*, Jungen* und Mädchen* herangetragen? Was ist vermeintlich »richtige« männliche* und weibliche* Sexualität?

Meine These ist, dass gegenwärtige Normen und Ideale von Heterosexualität* auch heute noch die Aushandlung von einvernehmlichem und wechselseitig lustvollem Sex zwischen Frauen* und Männern* erschweren. Erfahrungen von Machthierarchien und Fremdbestimmtheit in der Sexualitätdürfen nicht als »private«, »selbstverschuldete« Probleme leise gemacht werden – Barrieren von (hetero*)sexuellem Konsens sind vielmehr im Konzept der Heterosexualität* angelegt.

Ich freue mich darauf, mit euch die Barrieren von heterosexuellem* Konsens zu diskutieren – wie auch mögliche Chancen und Wege, diese zu überwinden (z.B. mithilfe des »Yes means Yes«-Konzepts)!

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